Mittwoch abend
Es weht ein lauer Abendwind. Sanft berührt er mich, beinahe wie eine Liebkosung auf meiner Haut. Streicht mir die Strähnen aus dem Gesicht. Trägt meine Gedanken mit sich fort...Einfach mal an nichts denken...mit verklärtem Blick die Natur streifen, nicht wirklich etwas sehen können und doch mehr gewahr werden, als würde ich mich suchend umsehen.
Nun sitze ich wieder zuhause und auch meine Gedanken kehren so langsam wieder heim.
"Wie ein Schlag ins Gesicht..." - diese Worte gehen mir nicht aus dem Sinn. Haben sich tief in meinen Kopf gegraben und krallen sich dort fest.
"Wie ein Schlag ins Gesicht würden meine Worte die Menschen treffen, wenn sie mich hören könnten..."
Habe ich Gründe genug unglücklich zu sein? Bin ich wirklich so hart vom Schicksal gezeichnet worden, dass mein Leben keinen Sinn mehr hätte?
Ich habe ein Dach über dem Kopf, jeden Tag genug zu essen. Ich darf studieren. Ich bin keine Waise, muß nicht Tag für Tag um meine Existenz kämpfen. Ich habe auch keine unheilbare Krankheit.
Und doch - ich bleibe bei meiner Aussage. Dass ich jederzeit mit den Menschen, die all das nicht haben, die sich tagtäglich Sorgen um ihr weiteres Dasein machen müssen, welche ohne Eltern aufwuchsen und keine Chance auf Genesung haben - dass ich jederzeit mit ihnen die Leben tauschen würde.
"Wie ein Schlag ins Gesicht..." würde es diese Menschen treffen, könnte ich es ihnen sagen. Sie würden mich wahrscheinlich verständnislos ansehen. Mit ihren gequälten, schmerzvollen Blicken, aus denen ihr tägliches Leid Bände spricht. Blicke gekennzeichnet von Angst und Hoffnung. Hoffnung auf ein besseres Leben. Ein Leben wie meines.
Wenn ich könnte, würde ich es ihnen bedingungslos überlassen. Doch sie würden nicht glücklicher dadurch werden.
Denn sie wissen nicht, was zu meinem Leben noch dazugehört. Sie kennen nicht die brennenden Erinnerungen, welche jeden Tag ein Stück mehr von meiner Seele zerstören; welche sie in Flammen setzen und ein Brachland aus kalter Asche und Rauch hinterlassen.
Nein, es lohnt sich nicht, mich um mein Leben zu beneiden. Ich würde auf der kalten harten Erde schlafen, würde hungern und darben, mich mit der todbringenden Krankheit anfreunden, um nur diese Erinnerungen vergessen zu können.
Ihr werdet es nicht verstehen und mich wohl auch für diese Gedanken verurteilen. Aber Ihr wißt auch nicht, wovon ich rede. Ich würde es gerne jemanden anvertrauen, aber ich bin noch nicht soweit und werde es wahrscheinlich auch nie sein. Habe wohl auch noch nicht wirklich jemanden gefunden, dem ich mich vollkommen anvertrauen könnte. Bezweifle, dass es je jemanden geben wird, den es tatsächlich interessieren könnte. Denn nach solchen Dingen fragt niemand freiwillig. Ich will es niemandem erzählen, ich möchte es jemandem anvertrauen.
Nun sitze ich wieder zuhause und auch meine Gedanken kehren so langsam wieder heim.
"Wie ein Schlag ins Gesicht..." - diese Worte gehen mir nicht aus dem Sinn. Haben sich tief in meinen Kopf gegraben und krallen sich dort fest.
"Wie ein Schlag ins Gesicht würden meine Worte die Menschen treffen, wenn sie mich hören könnten..."
Habe ich Gründe genug unglücklich zu sein? Bin ich wirklich so hart vom Schicksal gezeichnet worden, dass mein Leben keinen Sinn mehr hätte?
Ich habe ein Dach über dem Kopf, jeden Tag genug zu essen. Ich darf studieren. Ich bin keine Waise, muß nicht Tag für Tag um meine Existenz kämpfen. Ich habe auch keine unheilbare Krankheit.
Und doch - ich bleibe bei meiner Aussage. Dass ich jederzeit mit den Menschen, die all das nicht haben, die sich tagtäglich Sorgen um ihr weiteres Dasein machen müssen, welche ohne Eltern aufwuchsen und keine Chance auf Genesung haben - dass ich jederzeit mit ihnen die Leben tauschen würde.
"Wie ein Schlag ins Gesicht..." würde es diese Menschen treffen, könnte ich es ihnen sagen. Sie würden mich wahrscheinlich verständnislos ansehen. Mit ihren gequälten, schmerzvollen Blicken, aus denen ihr tägliches Leid Bände spricht. Blicke gekennzeichnet von Angst und Hoffnung. Hoffnung auf ein besseres Leben. Ein Leben wie meines.
Wenn ich könnte, würde ich es ihnen bedingungslos überlassen. Doch sie würden nicht glücklicher dadurch werden.
Denn sie wissen nicht, was zu meinem Leben noch dazugehört. Sie kennen nicht die brennenden Erinnerungen, welche jeden Tag ein Stück mehr von meiner Seele zerstören; welche sie in Flammen setzen und ein Brachland aus kalter Asche und Rauch hinterlassen.
Nein, es lohnt sich nicht, mich um mein Leben zu beneiden. Ich würde auf der kalten harten Erde schlafen, würde hungern und darben, mich mit der todbringenden Krankheit anfreunden, um nur diese Erinnerungen vergessen zu können.
Ihr werdet es nicht verstehen und mich wohl auch für diese Gedanken verurteilen. Aber Ihr wißt auch nicht, wovon ich rede. Ich würde es gerne jemanden anvertrauen, aber ich bin noch nicht soweit und werde es wahrscheinlich auch nie sein. Habe wohl auch noch nicht wirklich jemanden gefunden, dem ich mich vollkommen anvertrauen könnte. Bezweifle, dass es je jemanden geben wird, den es tatsächlich interessieren könnte. Denn nach solchen Dingen fragt niemand freiwillig. Ich will es niemandem erzählen, ich möchte es jemandem anvertrauen.
Deprivation - 2006/06/21 22:03